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Kunst hat die Aufgabe wachzuhalten,

was für uns Menschen so von Bedeutung und notwendig ist.

Michelangelo

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Im Fokus #6:

INGRID CERNY im Atelier

 

Immer wieder gerne besuche ich die Künstlerin in ihrem gemütlichen Wiener Atelier im 22. Bezirk, aus dem man – umgeben von viel Kunst - auch einen schönen Blick in den idyllischen Garten hat.

Ingrid Cerny kommt aus Velbert, zwischen Düsseldorf und Essen, sie wuchs aber in Wien auf, studierte und lehrte später an der damaligen Hochschule (heute „Universität“) für Angewandte Kunst das Fach Tapisserie und ist seit 1990 freischaffend tätig.

 

Bei der Tapisserie oder Bildwirkerei, einer der ältesten Handwerkskünste, geht es wie beim Weben um Schuss und Kette, um Fäden, die – so erklärt es die Künstlerin - oft ganz kompliziert mit- und ineinander verschlungen werden, es geht um Entwürfe im kleinen Format und deren Umsetzung im Großen.

 

Ingrid Cernys Werkstoffe heute sind jedoch Eisengitter, Draht, Schnüre, Karton, Holz, Folien, verschiedene Papiersorten, oft sehr bunte, bedruckte oder beschriebene Papiere sowie Acrylfarben. Besonders kostbare Buchseiten werden jedoch auf Pergamentpapier kopiert, um erhalten zu bleiben. Es entstehen vielfältige dreidimensionale Objekte – aus Rahmen und Gittern, die gefüllt, bespannt oder umwickelt werden. Handwerkliches Geschick, sehr viel Fingerfertigkeit, Genauigkeit und Geduld, aber auch eine Prise Humor sind für die Umsetzung der vielen Ideen erforderlich.

All die Gitter oder Rahmen schaffen Ordnung, gliedern und stützen. Darin oder dahinter wird es dicht und geheimnisvoll, schief und oft recht zittrig, wenn ein Luftzug darüber streift.

Jedes Objekt trägt wohl seine kleine Geschichte und behält sie doch für sich.

 

 „Welche Anmut bekommt das unscheinbare Drahtgitter, welchen Zauber haben die kleinen bunten Papierstreifen. Wie geheimnisvoll ist all das Aufgespießte, verborgene Welten, die […] im Innern ungeahnte Botschaften bergen. Kein Teil ist wie der andere. Alles ist ein bisschen verbogen, verwackelt, verdreht. Ein Gefüge strenger Ordnung gibt einer unerschöpflichen Vielfalt Raum. Ein Spiel ist das Ganze, ein Gleichnis des Lebens.“ (Gustav Schörghofer)

 

Michaela Seif

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Ausstellung 14_virtuell:

VON DER PLATTE ZUM WÜRFEL. Holz als Bildträger
Paul Braunsteiner | Dietmar Franz | Ilona Rainer-Pranter | Andy Wallenta

Die Suche nach dem bestmöglichen Mittel, dem besten Material für die Umsetzung ihrer künstlerischen Idee(n) führt die hier mit einer Auswahl ihrer Arbeiten vorgestellten vier Künstler*innen zwar nicht ausschließlich, aber doch immer wieder zur Entscheidung, auf Holz zu malen oder zu zeichnen ...


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Im Fokus #5:

GERHARD KUBASSA im Atelier und in der Kunstgießerei

"Space is the breath of art", Frank Lloyd Wright

Mit dem englischen Wort space lässt sich gut zusammenfassen, worum es Gerhard Kubassa in seiner Kunst geht:

primär um Zwischenräume, die er findet oder schafft, um Lücken, die er füllt, um Platz, der gewonnen wird. Aber auch um reale Räume, die etwa in seinen Collagen gezeigt werden. Und um Freiräume, die er sich für oder durch seine Kreativität schafft.

Es geht um Raumerweiterungen und -empfindungen und um die Erweiterung von Formen. Letztere schafft er, indem er Teile ausschneidet und sie  dann nach außen hin auf dem Blatt ergänzt. Somit geht nichts von der ursprünglichen Fläche verloren, aber eine zusätzliche Konturlinie wird gewonnen (siehe Atelieraufnahme mit den blauen Papierarbeiten).

Das Blatt "Tor" ist ein gutes Beispiel aus dieser Serie.

Gerhard Kubassa spielt mit dem Wechsel von der Zwei- zur Dreidimensionalität; mit einfachen zeichnerischen Mitteln suggeriert er zusätzliche Tiefe.

Die zweiteilige Bronze "Einsicht" (Insight) aus der Serie "Koordinatensysteme" ist ein Verweis auf die drei Achsen des Koordinatensystems. Beide Elemente lassen sich variabel positionieren und schaffen Zwischenräume.

Die große Serie "between" ist von solchen Zwischenräumen geprägt. Aus Schwunglinien, die schon früh das Werk des Künstlers geprägt haben, werden Schwungschnitte. Interessante Fotografien - auch aus Kunst- und Architekturbüchern - werden durch diese spannende Technik in der Mitte geteilt und verschoben. Die so entstandene freie Fläche füllt und erweitert Gerhard Kubassa mit gezeichneten Gebilden, die aus dem Zwischenraum zu drängen scheinen und somit eine Verdoppelung des Bildmotivs suggerieren.

Immer auf der Suche nach neuen Variationen von Schnitt und Zeichnung für eine bestmögliche Wirkung sind in den letzten Jahren zahlreiche Werke der Serie entstanden. "Was mich fasziniert sind die Körper, die entstehen und die Verdopplung des Hintergrundes. Wie wenig benötigt doch das Auge, um sich den Rest vorzustellen. [...] Teilweise werden die Räume zum Körper, teilweise werden die Zwischenräume zum Körper vor dem Hintergrund." (G. Kubassa)

Die zweiteiligen Holzskulpturen ("Cubeform", "Eins" und "Leiter") folgen auch diesem Prinzip. Aus dem Schwungschnitt wird allerdings ein Drehschnitt. Während die geraden Flächen des Holzes schwarz lackiert sind, zeigen die jeweiligen Schnittflächen noch ihre Holzmaserung.

Gerade die Arbeit mit Holz verweist auf die Vorliebe des Künstlers für das Organische, Gewachsene. Zweige und die Y-Form der Astgabeln inspirieren Gerhard Kubassa schon lange zu zahlreichen Werken. Auch die Einblicke in sein Atelier, das sich bei Mürzzuschlag in der Steiermark befindet, zeigen dies. Für seine Serie "growing bodies", die ihn schon sehr lange beschäftigt und die er jetzt auch im Alugussverfahren umsetzen möchte, nehmen gebogene Äste die Form von Gesichtern oder Körpern an.

So ergab sich für mich vor dem Besuch im Atelier noch die Gelegenheit, den Künstler bei dieser Arbeit mit der Kamera zu begleiten.

In der Kunstgießerei Feiner im niederösterreichischen Wartmannstätten konnte ich den Prozess vom Ausfräsen des vorbereiteten Motivs bis zum fertigen Aluguss kennenlernen. Ein paar Aufnahmen zeigen Gerhard Kubassa bei dieser Arbeit, mehr dazu wird am 26. August beim "GUSSFEST" in der Kunstgießerei Feiner (ehemals Kunstguss Wagner) zu sehen sein.

www.feiner.at

Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung folgen demnächst.

Michaela Seif

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Im Fokus #4:

ILONA RAINER-PRANTER im Atelier

Es fühlt sich so an, als versuchte ich mit einer überdimensional großen, aufgeblasenen Hand etwas Feines, fast verschwindend Zartes zu ergreifen und zur selben Zeit, mit einer anderen, filigranen, zierlichen Hand etwas Riesiges, Wulstiges, Fettes, Davonwälzendes zu erhaschen.

Es ist eine ständige Suche, nach Darstellung, nach Inhalt, nach Erfüllung, nach Wert. "Wo ist der Anfang, wo der Ausgang und wo finde ich mich selbst wieder?"

Ilona Rainer-Pranter

Drei Sätze und ein Fragezeichen ....

Genug, um zu verstehen, dass es gar nicht um das Verstehen geht. Aber viel mehr um das Sehen, Fühlen, Assoziieren. Um die Fragen.

Und dass sich Ilona Rainer-Pranter irgendwo an einem bestimmten oder unbestimmten Punkt auf ihrer Reise zu sich selbst befindet, die ihren Anfang in der Hochpustertaler Bergwelt genommen und über Linz nach Wien geführt hat.

Aus ihrer Osttiroler Heimat hat sie vor allem die reiche Formensprache von (Gebirgs)Landschaft und Architektur mitgebracht; hat sie abstrahiert, transformiert, erweitert. Im Laufe der Jahre wurden ihre Bilder noch dichter, intensiver, nun auch bunter. Die zarte, pastellige Farbpalette wurde ergänzt durch kräftiges Rot, Gelb, Blau oder die ganz dunklen Töne von Grün oder Blau.

Die Künstlerin collagiert und verwendet neben den Ölfarben gerne Buntstifte, um grafische Akzente zu setzen. Besonders beeindruckend finde ich ihre großflächigen temporären Wandzeichnungen. Oder die oft recht komplexen Arbeiten auf Papier in unterschiedlichen Formaten, wie sie auch in dieser Präsentation vorgestellt werden - gemeinsam mit den neuesten Leinwandbildern, die sich zum Teil seit meinem letzten Atelierbesuch noch stark verändert haben.

Michaela Seif

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